Der Scandio Report des Monats August ist da! Der nächste Kandidat ist einer unserer zwei Co-Founder. Christian Koch verantwortet das operative Geschäft des Unternehmens und ist ein hervorragender Kenner der Atlassian Produkte.

Erzähl uns doch bitte erst einmal etwas zu deiner Person!

Mein Name ist Christian Koch und ich habe in München Informatik studiert. 2003 habe ich mit Christoph Köberle die Scandio gegründet. Ich bin verheiratet, habe vier Kinder und war ein Schulabbrecher. :P

Wie hat sich dein Aufgabenbereich seit der Gründung verändert?

Meine aktuellen Aufgaben sind deutlich vertriebslastiger als früher. Ich darf nicht mehr programmieren, weil meine Kollegen es mir verbieten ;). Außer bei den ShipIt Days, da habe ich einmal im Jahr die Chance durch meine Programmierkünste den ersten Platz (das letzte Mal 2015) zu belegen. Zurück zu den Aufgaben: Zu meinen Hauptaufgaben gehört ebenfalls das Recruiting und eventuell passt das Unwort “Strategie” noch dazu.

Wie entstand die Scandio? Wie hat sie sich verändert?

Das ist sehr viel länger als ein einzelner Blogpost das wiedergeben könnte! Die Scandio ist ein Gewächs aus einer Insolvenz, die durch den “Neuen Markt” entstanden ist. Damals haben sich Christoph, ich und sechs weitere Leute aus der alten Firma, mit der Unterstützung von zwei großen Kunden, dazu entschlossen weiterzumachen.

Was hat sich verändert? Ich denke wir sind von einer technischen “Frickelbude” zu einem doch sehr professionellen und innovativen Projekthaus mutiert.

Was hält für dich die Scandio am Laufen?

Die Menschen in der Scandio! Letztendlich ist die Scandio ein Unternehmen, das Mitarbeiter sucht, die mit einer extrem hohen Selbstverantwortung und Selbstorganisation ans Werk gehen. Durch die selbstorganisierten Teams soll das ein Konstrukt sein, das sich selbst am Laufen hält und Innovation fördert.

Auf was achtest du bei potenziellen Mitarbeitern?

Wie gerade schon gesagt: Selbstverantwortung, Selbstorganisation und Teamfähigkeit. Noten sind nachrangig zu betrachten. Wir schmunzeln immer sehr über die Mathenoten im Abitur, aber das ist eher ein Fun Fact. Ansonsten prüfen wir durch kluge Fragestellungen, wie die Bewerber zur IT und zur Softwareentwicklung stehen. Wer keinen Bock auf IT hat kommt hier nicht weit.

Welchen Stellenwert haben für dich die gemeinsamen Aktivitäten der Scandio Mitarbeiter?

Ich finde es cool, solange es freiwillig ist. Ich finde es nicht gut wenn man sagt, dass die Trennung von Beruf und Privatleben Pflicht ist. Das finde ich falsch. Ich finde es aber fast noch ein bisschen schlimmer zu sagen, dass man jeden Donnerstagabend mit den Kollegen in eine Kneipe gehen muss, weil sich das so gehört. Man macht es wenn man Lust hat und wenn nicht, geht die Welt auch nicht unter.

Was denkst du, wohin sich die IT derzeit entwickelt? Welche neue Technologien sind für dich spannend?

Die Cloud wird uns die nächsten Jahre, vielleicht sogar ein ganzes Jahrzehnt, massiv verändern und begleiten. Was eigentlich ein viel cooleres Beispiel ist: Die Unternehmen werden die IT-Abteilungen auflösen, weil heutzutage alles irgendwie auch IT ist. Eine Marketing-Abteilung ist IT, eine Vertriebsabteilung ist IT, die Produktion, je nach Unternehmen, bis zu 70% IT. Alles ist IT, daher braucht man keine IT-Abteilungen mehr. Das ist natürlich ziemlich geil für uns!

Eine Frage zu den selbstorganisierten Teams: Was bedeutet das für die Mitarbeiter und für euch als Geschäftsführer?

Erstmal bedeutet es für beide Seiten viel Arbeit. Für die Mitarbeiter, die aus einem hierarchischen Unternehmen gekommen sind, fühlt sich das am Anfang wie eine zusätzliche Aufgabe an (“Ich muss mich da um was kümmern, was gar nicht zu meinem Job gehört.”). Die meisten können damit aber super umgehen und erkennen schnell das Potential. Für die beiden Gründer heißt das: Schneidet endlich mal eure alten Zöpfe ab und schreibt euch ein paar To-Do-Listen, was ihr noch alles falsch macht, damit es in 10 Jahren auch noch geil ist.

Welche ist deine Lieblings-Nervennahrung? Oder hast du andere Tipps stressige Momente zu bewältigen?

Mein Körper ist kein Freund von Nervennahrung, also sollte ich das lassen. Aber wenns mal wirklich stressig wird geh ich eine Runde Laufen, um den Kopf frei zu bekommen.

Dein größter Fehler bei der Scandio?

Als ich noch programmiert habe, habe ich mal ein paar Datenbanken gelöscht. Aber mein größter Fehler war noch vor der Scandio. Damals habe ich mit meinem jetzigen Co-Founder Christoph unser erstes Unternehmen wahnsinnig unerfolgreich verkauft. Aber das wird sicher nicht nochmal passieren! :D

Vielen Dank für deine Zeit Christian!