Im Zuge unseres ersten Pledge 1% Projektes unterstützten wir im Oktober die Grundschule an der Keilberthstraße in München beim Hochbeetbau im Schulhof.

Nachdem meine Grundschuljahre nun schon einige Zeit zurück liegen, war es für mich ein besonderes Erlebnis, aktiv an einem Schultag teilzunehmen. Pünktlich um 8:00 Uhr gab es eine kurze Einweisung durch den Leiter des Projekts, Stefan Asenbeck, zum aktuellen Stand des Aufbaus und der unterschiedlichen Verantwortungsbereiche – und dann ging auch schon los. An diesem und letztem von insgesamt drei Projekttagen bestand die Aufgabe darin, kleinere Bereiche wie Sitzbänke rund um das Hochbeet fertigzustellen. Dieses und die restlichen Grundkonstruktionen waren bereits während der anderen beiden Tage angefertigt worden.

Über den Tag verteilt halfen zwei verschiedene Klassen beim Aufbau des Hochbeets. Neben mir war auch noch ein weiterer Helfer mit von der Partie. Zusammen mit Stefan bildeten wir das Grundteam, welches durch zwei bis drei Lehrkräfte und später auch einige Eltern erweitert wurde.

Unsere erste Klasse war die Ü1, eine Übergangsklasse aus mehreren Jahrgangsstufen für Kinder, die erst seit kurzer Zeit in Deutschland sind. Sie durften von der ersten bis zur vierten Stunde am Hochbeet arbeiten. Nach einer kurzen Begrüßung durch Stefan und einem kleinen Auflockerungsspiel wurden die Gruppen zugeteilt. Meine bestand aus drei Schülern und war für die Fertigstellung einer der Sitzbänke verantwortlich. Im Zuge dessen sollten die Kinder die Bretter, welche zuvor durch andere Gruppen ausgesägt und abgeschliffen worden waren an der Grundkonstruktion befestigen. Dabei übernahm jeder der Schüler abwechselnd Aufgaben wie Bohren, Senken (der Schraubenköpfe) und Schrauben.

Meine Aufgabe bestand darin, Ordnung in meiner kleinen Gruppe zu halten, sie bei den handwerklichen Aufgaben zu unterstützen und auf eine gewisse Form und Funktionalität der Arbeit zu achten. Auch musste ich dafür Sorge tragen, dass sich kein Kind verletzt, was angesichts der unterschiedlichen Werkzeuge, Vorerfahrungen und Talente in der Tat Herausforderungen birgt. Ansich waren aber alle Kinder sehr engagiert und, bis auf kleinere Ausnahmen, gut bei der Sache. Die zahlreichen Pausen im 45 Minuten Takt waren dabei hilfreich.

So kamen wir gut voran, die vier Schulstunden vergingen wie im Flug und als ich mich gerade einigermaßen an die Namen gewöhnt hatte, wurden auch schon die Klassen getauscht. ;-) Die neuen Schüler waren nun aus der dritten Klasse. Ich behielt meine Station und mithilfe meiner neuen Gruppe ging die Arbeit nochmal um einiges schneller voran und die Kinder übernahmen nun auch große Teile der Vorbereitungsaufgaben selbst.

Bis zur Mittagspause waren wir schon mit einem Großteil der Arbeit fertig und hatten uns ein stärkendes Mittagessen (bio!) redlich verdient.

Am Nachmittag galt es, die restlichen Arbeitsschritte fertigzustellen und bereits ein wenig Ordnung in das Chaos der herumliegenden Werkzeuge und Baumaterialien zu bringen. Dazu musste ich die Schüler teilweise dann sehr stark motivieren. :-)

Alles in allem bedeutete der Tag eine tolle Erfahrung für mich. Die Arbeit mit den Kindern war für mich persönlich absolut stressfrei und da mir das Handwerken liegt, bot das Projekt eine tolle Abwechslung zu meinem Büroalltag. Für Fragen und Unterstützung standen einem Stefan und ausgebildete Pädagogen zu jeder Zeit zur Seite. Jeder Helfer wurde super integriert, unabhängig vom Grad der Vorerfahrung - und musste sich keine Sorgen machen, z.B. für die Kreissäge zwangsrekrutiert zu werden. ;-)

Ich kann die Arbeit in solch einem Projekt nur jedem wärmstens empfehlen, es hat mir riesig viel Spaß gemacht. Einfach eine tolle Sache!!! :-)

Ziele des Projekts

Die Zielsetzung eines solchen Projektes für die Schule besteht darin, Teamarbeit und Kooperation im Klassenverband zu üben und die sozialen Umgangsformen innerhalb der Klasse zu verbessern. Durch die aktive Beteiligung der Schüler bei (Um-)Baumaßnahmen erhöht sich die Identifikation mit der Schule und das Zusammengehörigkeitsgefühl unter den Schülern. Beim gemeinsamen „Werkeln“ werden Lehrplaninhalte mit anderen, nicht „unterrichts-typischen“ Methoden vermittelt, z.B. planvolles Arbeiten, Beschreiben von Arbeitsabläufen, Ausdrücken von Wünschen, genaues Messen, usw. Dadurch können Talente außerhalb der schulischen Anforderungen entdeckt und gefördert werden und dadurch eine Stärkung des Selbstwertgefühls erzielt werden, denn die Kinder erleben, dass durch ihr Engagement Dinge verändert werden können.

Partner

Dieses Projekt wurde von der Firma Kreativo geplant und veranstaltet, insbesondere in Person von Stefan Asenbeck, der sich mit Leib und Seele der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen verschrieben hat. Kreativo steht für innovative, nachhaltige Bildungs-, Kunst- und Kulturangebote und versteht sich als ein Netzwerk von Fachleuten aus verschiedenen Professionen. Alle Projekte werden in Kooperation mit den jeweiligen Auftraggebern geplant und durchgeführt, d.h. die Kooperationspartner werden aktiv in das Angebot eingebunden, damit ein deutlich nachhaltigerer Bezug zum Projekt entsteht. Dabei gibt es ganz verschiedene Projekte, die vom Bau von Hochbeeten, Wasserspielplätzen und Tonhütten bis hin zu Labyrinthen und Abenteuerspielplätzen reichen. Zumeist werden diese für öffentliche Einrichtungen, z.B. Schulen oder Freizeiteinrichtungen und in Zusammenarbeit mit Schülern angefertigt.

Zu Pledge 1%

Pledge 1% ist eine globale Bewegung, die Einzelpersonen und Unternehmen ermutigt, 1% ihres Profits, ihrer Produkte und/oder der Zeit ihrer Mitarbeiter für die Gemeinschaft zu investieren. 1% Pledge wurde im Dezember 2014 von Salesforce, Atlassian, Rally und Tides ins Leben gerufen. Mehr als 2.750 Unternehmen in 60 Ländern haben dabei bereits mitgemacht.

Auch die Scandio möchte gerne ihren Teil dazu beitragen, diejenigen zu unterstützen, die nicht so viel haben! Für uns bedeutet dies konkret, dass wir 1% unserer Arbeitszeit in gemeinnützige Aktionen und 1% unserer eigenen Produkte (in Form kostenloser Lizenzen für unsere Atlassian Add-Ons) investieren. Mehr Informationen gibt es in unserem Blogpost.