“UND” statt “oder” - Eltern in Deutschland wollen Familie und Beruf verbinden!

“Wir müssen die Rahmenbedingungen verbessern, damit die Menschen ihrem Willen zum Kind folgen können. Dazu gehört es, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf besser zu organisieren. Das heißt mehr Unterstützung bei der Erziehung und Rückkehrgarantien zum Arbeitsplatz.”

Paul Kirchhof, deutscher Verfassungs- und Steuerrechtler, Bundesverfassungsrichter


Die Mehrzahl der Deutschen haben den Eindruck, dass sich Familie und Erwerbstätigkeit nicht so gut vereinbaren lassen. Gerade Eltern, die über eigene Erfahrungen verfügen, schildern das Miteinander dieser zwei Lebenswelten als eher schwierig. Wir bei der Scandio sind der Meinung, dass dies nicht zwangsläufig zutrifft. Daher haben wir entschieden, für diesen Scandio Report ein paar der Eltern in der Scandio zu Wort kommen zu lassen.

V. l. n. r.: Irmi, Mario und Frank (Joschi fehlt leider)

Unsere Interview-Partner sind:

  • Frank (Software-Entwickler, Kinder: ein Kleinkind und ab März ein Baby)
  • Irmi (Software-Consultant, Kinder: ein Schulkind, eine Jugendliche)
  • Joschi (Software-Consultant, Kinder: ein Kleinkind)
  • Mario (Software-Consultant, Kinder: ein Schulkind, eine Jugendliche)

Musstest du dich schon mal mit der Frage konfrontieren, ob du dich für Beruf ODER Familie entscheidest? Wenn ja: Wie hast du dich entschieden?

  • Nein, bisher habe ich das immer alles gut unter einen Hut bekommen. (Frank, Software-Entwickler)
  • Ja, ich bin erst zu Hause geblieben, dann wieder eingestiegen mit einem Kleinkind und einem Krippenplatz. (Irmi, Software-Consultant)
  • Nicht wirklich, bislang hat das ganz gut unter einen Hut gepasst. (Joschi, Software-Consultant)
  • Immer wieder, und immer wieder mit BEIDES! (Mario, Software-Consultant)


Funktioniert eine Familie, bzw. Elternteil-Sein, kombiniert mit dem Beruf?

  • Durch flexible Arbeitszeit und der Möglichkeit auf Home-Office funktioniert das bestens (natürlich auch durch die Unterstützung der Mutter). (Frank, Software-Entwickler)
  • Ja, sogar als Quasi-Alleinerziehende mit Partner im Ausland, sofern der Arbeitgeber respektiert, dass die Kinder Vorrang haben - und zwar immer! Bei der Scandio war schon immer klar, dass man auch früher gehen kann, wenn das Kind zB. krank ist. (Irmi, Software-Consultant)
  • Funktioniert bei mir sehr gut. (Joschi, Software-Consultant)
  • Ja, letztendlich läuft es darauf hinaus, dass man ordentlich und rechtzeitig seine Termine plant/planen muss. (Mario, Software-Consultant)

Hast, bzw. hattest du durch das Mutter-/Vater-Sein jemals Bedenken bezüglich deiner beruflichen Zukunft bei der Scandio?

  • Nein, ich schätze die Scandio als sehr sozialen Arbeitgeber ein. (Frank, Software-Entwickler)
  • Als Frau ist letztlich die Entscheidung für Kinder eine mittel- bis langfristige. Ich habe bei der Scandio immer das Gefühl vermittelt bekommen, dass ich - wenn ich es will - auch wieder voll durchstarten könnte. Es wird aber auch akzeptiert, wenn man sich in Teilzeit einbringt und bestimmte Aufgaben, die zeitlich zu Konflikten mit der Familie führen würden, Anderen überlässt. Ich habe mir noch nie Sorgen gemacht, dass ich wegen meiner Kinder meinen Arbeitsplatz verlieren könnte. . (Irmi, Software-Consultant)
  • Überhaupt nicht! (Joschi, Software-Consultant)
  • Nein, tatsächlich nicht. Die Scandio hat mich immer dabei unterstützt, angefangen von den Chefs bis zu den einzelnen Kollegen. (Mario, Software-Consultant)

Hast du solche Bedenken vielleicht persönlich oder von Bekannten in anderen Unternehmen miterlebt? Wenn ja: Wie hat sich das ausgewirkt?

  • Speziell als Mutter kann es da durchaus Schwierigkeiten geben, wieder in den alten Arbeitsplatz bzw. zu den gleichen Aufgaben zurückzufinden. (Frank, Software-Entwickler)
  • Ich habe im Bekanntenkreis oft gehört, dass die Reduzierung von Stunden, bzw. das Ablehnen von Reisetätigkeit zu Problemen und teilweise auch zum Verlust des Arbeitsplatzes geführt hat. Diesbezüglich kann ich nur Positives von der Scandio berichten. Ich persönlich habe immer ehrlich formuliert, was für mich in meiner Situation leistbar ist und was nicht. Wir haben dann zusammen darüber gesprochen und über viele Jahre hinweg immer eine gute Lösung für beide Seiten gefunden. Da beide Chefs selber Kinder haben, ist da auch viel Kompetenz und Verständnis vorhanden. (Irmi, Software-Consultant)
  • Nein, vielleicht aber auch nur, da ich bei uns im Freundeskreis der erste war. ;) (Joschi, Software-Consultant)
  • Wenn alle Erziehenden starre Arbeitszeiten haben, wird es eigentlich immer schwierig. Das ist oft bei Präsenz-Berufen so. (Mario, Software-Consultant)


Wie sind/waren die Möglichkeiten bezüglich der Arbeitszeit/Elternzeit in der Scandio?

  • Elternzeit ist nach Absprache mit dem Team und den Chefs problemlos möglich. (Frank, Software-Entwickler)
  • Seit der Geburt meiner ersten Tochter bin ich in Teilzeit angestellt - inzwischen auch wieder mit etwas mehr Stunden, da die Kinder älter werden. Eine Zeit lang habe ich auch nur im Home-Office in Berlin gearbeitet - zu einer Zeit als noch alle Mitarbeiter an einem Standort gearbeitet haben. Einfach ein Angebot mit den eigenen Vorstellungen machen, darüber reden und eine sinnvolle Lösung finden. Manchmal überschätzt man sich auch selber. Dann muss man so ehrlich sein und Änderungen vornehmen. Das gilt übrigens für beide Seiten. Für mich war das Home-Office mit Baby keine Option, daher bin ich wieder nach München gezogen, um vor Ort ins Büro gehen zu können. (Irmi, Software-Consultant)
  • Ich konnte die Stunden ganz unkompliziert reduzieren als ich gemerkt habe, dass es anders für mich zu stressig ist. Und in Kombination mit der Home-Office-Möglichkeit ist es tatsächlich sehr unkompliziert und ich habe genug Zeit für Arbeit und für mein Kind. (Joschi, Software-Consultant)
  • Das ist durch die selbstorganisierten Teams gut zu handeln. Die Probleme werden dort geklärt wo sie auftreten, nämlich in den entsprechenden Teams, natürlich mit Unterstützung der Chefs. Beide haben ja mit ihren eigenen Familien genügend Erfahrung. ;) (Mario, Software-Consultant)

Fühlst du dich durch den Staat angemessen abgesichert und unterstützt? Kommt einem die Scandio als Arbeitgeber entgegen?

  • Für mich sind die staatlichen Leistungen akzeptabel. (Frank, Software-Entwickler)
  • Was die Flexibilität angeht auf jeden Fall. Die staatlichen Regelungen gehen ansonsten an der Realität vorbei. Das Elterngeld richtet sich nicht nach dem Gesamteinkommen der Familie, sodass meist die Väter weiter arbeiten gehen müssen, da das Geld sonst nicht ausreicht. Die Krippen nehmen Kinder erst mit einem Jahr auf, die Elternzeit ist schon vorbei, aber die Eingewöhnungszeit ist zum Beispiel nicht eingeplant. Da hilft die Flexibilität des Arbeitgebers schon sehr. (Irmi, Software-Consultant)
  • Etwas mehr Unterstützung wäre mit Sicherheit hilfreich - gerade was die Kinderbetreuung angeht. Da zahlst nen Haufen Kohle dafür, dass das Kind von 9.00 Uhr bis 15.00 Uhr im Kindergarten ist. Da bleibt theoretisch nicht viel Arbeitszeit. Dafür kommt einem die Scandio, durch die Möglichkeit auf Home-Office und reduzierte Stunden, entgegen. Ohne diese zwei Faktoren (und auch Unterstützung von Oma & Opa) sähe das alles deutlich problematischer aus. (Joschi, Software-Consultant)
  • Das ist ja immer recht individuell. Ich denke manche Konzepte sind letztlich von einem Goodwill des Arbeitgebers abhängig. So kann die Rückkehr aus dem Mutterschutz und Elternzeit zu einer deutlichen Verschlechterung der Position führen. So gesehen halten sich manche Arbeitgeber nicht für Kinder tauglich, und versuchen das auch entsprechend umzusetzen. So etwas habe ich bei der Scandio jedoch nie erlebt. (Mario, Software-Consultant)

Was machst du und/oder dein/e Partner/in, falls das Kind krank ist?

  • Den Fall hatten wir bisher zum Glück noch nicht, aber es wird in dem Fall auf eine Mischung von Home Office und “Kind-ist-krank-Tagen” hinauslaufen - verteilt auf beide Elternteile. (Frank, Software-Entwickler)
  • Ich sage Bescheid und gehe nach Hause (oder bleibe daheim). Das Schöne ist, dass das völlig okay ist und keinen faden Beigeschmack mit sich bringt. Das ist ein ganz wichtiger Grund für mich, bei der Scandio zu bleiben. (Irmi, Software-Consultant)
  • Das ist zum Glück fast nie der Fall - falls doch, kann ich einfach daheim bleiben. (Joschi, Software-Consultant)
  • Dann bleibt einer von uns beiden zu Hause. Das regelt letztlich der Terminplan, bei wem es leichter machbar ist. (Mario, Software-Consultant)

Hast du spezielle Tipps & Tricks für Kolleginnen und Kollegen (und Bewerber/innen), die überlegen selber ein Elternteil zu werden? Wie bringst du persönlich Familie und Job unter einen Hut?

  • Die Scandio ist auf jeden Fall ein toller und entspannter Arbeitgeber, bei dem “Ausnahmezustände” verstanden werden und man sein Arbeitspensum kurzfristig auch den privaten Umständen anpassen kann, um nicht überlastet zu sein. Ein kleiner Tip am Rande: So viel schlafen wie möglich. ;) (Frank, Software-Entwickler)
  • Jede Situation ist ein bisschen anders. Werde ich Mutter oder Vater, wieviel und wie flexibel kann der/die Partner/in einspringen. Gibt es Verwandte oder verlässliche Freunde, die aushelfen können. Wie definiere ich diese Rolle für mich selbst. Wo ist mein persönliches Gleichgewicht zwischen Familie und Beruf, mit dem ich mich wohl fühle? Meine Erfahrung bei der Scandio ist die: Überlege dir, am besten schon im Vorfeld, was für dich passen würde. Sprich so frühzeitig wie möglich mit den Chefs über deine und ihre Vorstellungen. Sei offen, ehrlich und auch immer wieder bereit etwas zu korrigieren, falls es nicht passt. Familie ist weder ein Projekt das man canceln, noch im Detail vorausplanen kann, das sich aber in jedem Fall lohnt, es gelebt zu haben! (Irmi, Software-Consultant)
  • Versuchen, die Betreuung möglichst fair zwischen den Elternteilen aufzuteilen und gegebenenfalls mit den Arbeitgebern sprechen, die haben ein offenes Ohr. (Joschi, Software-Consultant)
  • Augen zu und los! ;) (Mario, Software-Consultant)
Generell ist wichtig: Je familienfreundlicher die Kultur des Unternehmens, desto eher wagen Mütter und Väter, ihre Wünsche und Probleme zur Vereinbarkeit zu äußern. Dazu gehört ein regelmäßiger Dialog zwischen Geschäftsführung und Beschäftigten über die Situation von Eltern im Unternehmen, die offene Kommunikation über familienfreundliche Angebote und die Bereitschaft, individuelle Lösungen zu schaffen!

Nochmals vielen Dank an alle Teilnehmer! :)