Du fragst dich schon immer, was ein*e Scrum Master*in eigentlich den ganzen Tag so macht und wie agiles Arbeiten bei der Scandio aussieht? Das erfährst du in dieser Ausgabe unseres Scandio Reports, in der uns unsere Scrum Master*innen Rede und Antwort stehen. Anne, Aga, Vero, Joschi und Jacques bilden den Kern unserer agilen CoP und bringen die agile Entwicklung in der Scandio voran.


Hallo, stellt euch doch einmal kurz vor - was macht ihr, wer seid ihr?

Jacques: Wir sind die Agile CoP (Community of Practice). Hier haben sich praktizierende Scrum Master*innen und Scrum-interessierte zusammen gefunden, um sich auszutauschen und im agilen Arbeiten fortzubilden. Durch die Vollzeit Scrum Masterinnen Anne und Aga ist das Team vor Kurzem dann noch einmal gewachsen und ist seitdem eine sehr lebendige Community. Besonders stolz sind wir darauf, oft als Paradebeispiel zum selbstorganisierten Arbeiten in der Scandio herangezogen zu werden. Wir haben zwei Vollzeit Scrum Master*innen, der Rest ist hauptsächlich als Entwickler*innen tätig und kümmert sich um interne Scrum Master-Tätigkeiten wie z.B. Team-Retros. Außerdem sind wir zuständig für Scrum Consulting und bald auch für Scrum Workshops beim Kunden.

Scrum Team
Einige Mitglieder der CoP Agile


Beschreibt doch mal einen Tag aus dem Leben eine*r Scrum Master*in bei der Scandio.

Aga: Es gibt selten typische Tage. Ich habe zumindest bei mir noch keine Routine entdeckt, das Meiste passiert eher ad hoc. Meistens verschafft man sich morgens erst mal einen Überblick darüber, was über Nacht so angefallen ist.

Anne: Das ist ja gerade das schöne an dem Job, dass jeder Tag anders ist. Ich konnte bisher auch noch keine Routine entwickeln.

Aga: Es gibt zum einen Tage wie die “Sprintwechsel”-Tage, die besonders arbeitsintensiv sind was die Masse an Meetings und Vorbereitung angeht.

Anne: Es ist wichtig, sich nicht den kompletten Tag im Vorfeld durch zu strukturieren, da oft spontan Anfragen von Kunden oder Teams kommen können, nach maßgeschneiderten Scrum Workshops oder Meetingmoderationen.

Was war eure Motivation, Scrum Master*in zu werden?

Jacques: Ich fand es spannend, neben der reinen Tätigkeit als Software Entwickler noch eine andere Verantwortung im Team zu übernehmen und etwas Abwechslung zu haben.

Vero: Gerade wenn man als Entwickler schon mit Scrum gearbeitetet hat und merkt, wie gut das funktioniert und im besten Fall auch eine*n gute*n Scrum Master*in hatte, möchte man das anderen auch gerne näher bringen.

Joschi: Es kann einfach schnell passieren, dass man als Entwickler gute Erfahrungen damit macht und somit da “rein rutscht”.

Agiles Training

Aus welchen Bereichen kommt ihr bzw. wie kamt ihr dazu, Scrum Master*in zu werden?

Aga: Wir kommen alle aus sehr unterschiedlichen Bereichen, Anne und ich kommen z.B. gar nicht aus der Software Entwicklung. Da ich während meines Studiums allerdings im privaten Bereich Kontakt zu Entwicklern hatte, habe ich dort des Öfteren Begriffe wie Scrum Master schon gehört. Ich hatte mir schon länger gewünscht, die Branche zu wechseln und habe dann im Zuge einer Fortbildung die Scrum Zertifizierung gemacht.

Wie steht ihr dazu: Soll ein*e Scrum Master*in Ahnung vom technischen Aspekt haben oder ist es sogar besser, wenn er/sie nicht so tief in der Materie steckt?

Anne (lacht): Ich habe schon des Öfteren gehört: “Da scheiden sich die Geister”! Da ich die erste Vollzeit Scrum Masterin in der Scandio ohne technischen Hintergrund bin, kann ich sagen, dass man anfangs auf jeden Fall großen Respekt davor hat. Ich habe bisher aber noch nie das Gefühl gehabt, dass ich deswegen benachteiligt bin. Letzten Endes kommt es bei meiner Arbeit ja auch auf andere Aspekte an.

Vero: Es ist auf jeden Fall hilfreich, dass man Interesse an IT hat, da man zwangsläufig jeden Tag damit zu tun hat. Man sollte schon ungefähr wissen, worum es geht, wenn man länger mit einem Team zusammen arbeitet.

Jacques: Meiner Meinung nach machen eine*n Scrum Master*in andere Kompetenzen und soziale Skills aus, wie Organisation, Moderation und Kommunikation. Auch mit den technischen Tools wie Miro sollte man sich, gerade jetzt, gut auskennen, ebenso mit den Prinzipien der agilen Arbeit. Interesse an IT Themen sollte aber auf jeden Fall vorhanden sein.

Agiles Training
Beim agilen Training geht es auch mal spielerisch zu
Agiles Training
Agiler Workshop in der Scandio


Wie wird man Scrum Master*in?

Vero: Das Wichtigste ist, man tut es einfach. Ein erster Schritt, um die Grundlagen zu lernen, ist die Scrum Master Zertifizierung. Ein*e richtige*r Scrum Master*in wird man aber nur, wenn man es einfach praktiziert.

Joschi: Erfahrung ist extrem wichtig. Man muss die Situationen im Job erleben und daran wachsen - da bringt einen auch Bücher lesen nicht weiter. Ein Zertifikat macht noch keine*n gute*n Scrum Master*in.

An welchen Projekten arbeitet ihr momentan?

Jacques: Joschi, Aga, Vero und ich arbeiten gerade an Projekten, die in einem SAFe-Train laufen. Das ist eine Art skaliertes Scrum, in dem Scrum Teams wiederum zusammen gruppiert sind und dann an einem großen Produkt arbeiten. Das Endprodukt in diesem Projekt ist eine App, mit der sich Nutzer mit ihren Smart Home-Geräten verbinden können.

Scrum Uhr
Die Scrum Uhr wird in Scrum Meetings sehr häufig verwendet.

Joschi: Im Scrum Umfeld arbeiten wir gerade an einem Workshop, um Scrum und agiles Arbeiten in Unternehmen zu verankern, in denen das bisher nicht praktiziert wurde oder die sich einfach Hilfe in dem Bereich holen möchten.

Welche Tools benutzt ihr?

Anne: Eigentlich kann jede*r Scrum Master*in mit dem jeweiligen Team zusammen den Arbeitsalltag so gestalten, wie es am besten passt. Bei uns wird hauptsächlich Miro genutzt - ein online Whiteboard, das jede*r aus dem Team mitbearbeiten kann.

Jacques: Für das Issue-Tracking setzten wir in allen Projekten Jira ein. Und abgesehen von den letzten Monaten verwenden wir natürlich auch analoge Tools wie Post Its, Whiteboards und Flipcharts. Und die Scrum-Uhr!

Zu guter Letzt: Erzählt doch noch eine witzige Anekdote aus dem Leben ein*er Scrum Master*in.

Aga: Unser Alltag ist generell sehr unterhaltsam, da wir uns ja auch untereinander regelmäßig austauschen. Es ist auf jeden Fall interessant, wie unterschiedlich Teams, die mit Scrum arbeiten, ausfallen können. Da es keine zwei Teams gibt, die gleich sind, führt das auch mal zu der einen oder anderen Anekdote.

Joschi (lacht): Eine*n gute*n Scrum Master*in lernt man oftmals erst so richtig schätzen, wenn man mal eine*n schlechte*n hatte.

Aga: Es gibt Teams, die sehr Meme-affin sind, was dann tagtäglich zu Meme- und Lachattacken führt. Das sorgt immer wieder für gute Laune und ich bin oft erstaunt, wie spontan so was passieren kann.

Anne: Es gibt sehr offene und kreative Teams. Oft sorgen auch etwas “pikantere” Icebreaker in einer Retrospektive für Anekdoten, wie z.B. “Verrate uns doch dein Guilty Pleasure”. Manche Scrum Teams arbeiten auch mit Safe-Words um der Eskalation in der Diskussion vorzubeugen, besonders nennenswert sind hier “Kartoffelsalat” oder “Banane”.


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